Die Liebe

E. Meyer-Helmund

Mein Mädel hat Aeuglein, so schwarz wie die Kohlen,

Mit den hat die Diebin das Herz mir gestohlen.

Jetzt hat sie mein Herze und ich ihre Augen,

Und Herze und Augen, die tun z'sammen taugen!

Der Herrgott im Himmel, der giebt uns den Segen,

Er hat seine Freud' dran, dass wir uns mögen.

Die Lieb kommt vom Himmel, man kann nichts dafür,

Wenn Lieb nicht auf Erden, wo wären denn wir.

Und ruft mich der Tod ab, so gehe ich mit,

Doch merke, mein Schätzchen, ich hätt' noch a Bitt':

Geh, pflanz mir auf's Gräble a Blümle, ich bitt',

Dann bet' ein Vaterunser, doch weinen darfst nit.