Dir gilt mein letztes Grüßen

E. Meyer-Helmund

Dir gilt mein letztes Grüßen

Dort unterm Giebeldach,

Indes zu meinen Füßen

Im Wandern rauscht der Bach.

O Mädchen, rein wie Sonnentau,

Mit Lippen süß und Augen blau,

Dir gilt mein letztes Grüßen

Dort unterm Giebeldach.

Der Abschied ist genommen

In jedem Haus umher.

Doch das Vorüberkommen

An deinem fällt mir schwer.

Das Frührot glüht, der Tag bricht an,

Und einsam zieh' ich meine Bahn.

Der Abschied ist genommen

In jedem Haus umher.

Das war ein süßes Werben

Am Händedruck und Kuß!

Mir ist, als müßt' ich sterben,

Nun ich dich lassen muß.

Vorüber ist die Maienzeit,

Und vor mir liegt die Welt so weit.

Das war ein süßes Werben

Am Händedruck und Kuß!

O holde Rosentage,

Wie flogt ihr schnell dahin!

Das Laub fällt welk vom Hage,

Und Herbstesnebel ziehn.

Der Fohrenwald rauscht dumpf und hohl,

Mein herzig Lieb, fahr wohl, fahr wohl!

O holde Rosentage,

Wie flogt ihr schnell dahin!