Frühlingsstille, Bäume schwanken blüthenschwer
E. Meyer-Helmund
Frühlingsstille -- Bäume schwanken
Blüthenschwer,
Mädchen wandelt in Gedanken
Still einher.
Seht wie träumerisch das helle
Auge schaut,
Leise flüsternd spricht die Quelle:
"Sie ist Braut."
Welch ein Schwirren, welch' ein Fliegen
In der Luft,
Aufwärts schwebt, dem Kelch entstiegen,
Blüthenduft.
Käfer summt, es zirpt die Grille,
Bächlein rauscht,
Plötzlich steht das Mädchen stille,
Steht und lauscht.
Schnell hat sie im dunklen Flieder
Sich versteckt,
Denn es eilt ein Mann hernieder,
Den sie neckt.
Knabe, mit den blonden Locken,
Merkt den Scherz,
Und nun fliegt er froh erschrocken
Ihr an's Herz.
Wißt Ihr, wer in Frühlingsstille
Zu ihr kam?
Käfer summt, es zirpt die Grille:
"Bräutigam."