In der Fremde

E. Meyer-Helmund

Wenn die fremde Welt mich hat,

Freut mich Eins am meisten:

Keiner kennt in Land und Stadt

Mich, den Zugereisten.

Wie ein Junker hochgemuth

Trag' ich meine Stirne,

Kecklich schau' ich unter'n Hut

Jeder hübschen Dirne.

Manches Mädchenauge licht

Blinzelt durch die Lider.

Gelt, ihr kennt den Vogel nicht

Diesmal am Gefieder?

Manche aus der Mädel Schaar

Denkt wohl auch im Stillen:

Kam der Bursch am Ende gar

Her um meinetwillen?

Dass ich ein Vagante bin

Ohne rothen Stüber,

Kommt nicht Einer in den Sinn,

Geh' ich stolz vorüber.

Ob mir Geld im Säckel klirrt,

Ob mir's fehlt am Baaren --

Fragt ihr morgen früh den Wirth,

Könnt ihr's leicht erfahren.