Lockung

E. Meyer-Helmund

Schläfst du, Liebchen? schläfst du schon?

Laß kein Traum dich irren,

Horche, wie mit süßem Ton

Meine Saiten schwirren.

Blinkend lauschen alle Sterne

Auf mein Liedlein zur Quinterne,

Klimperlingklingkling! laß ein!

Liebe will bei Liebe sein.

Oder komm herunter sacht

Nur in leichter Hülle,

Daß sich in verschwiegner Nacht

Unser Wunsch erfülle

Und beschirmt von dichten Zweigen

Innig sich die Herzen neigen.

Klimperlingklingkling! steh auf!

Loser Fuß hat leisen Lauf.

Eilend rauscht der kleine Fluß,

Seine Wasser klingen,

Wellen tauschen Gruß und Kuß

Flüchtig im Umschlingen.

Willst in meinen Arm dich schmiegen,

Will ich dich wie Wellen wiegen.

Klimperlingklingkling! mach' schnell!

Muth ist jeden Glücks Gesell.

Liebchen, holdes Liebchen, komm!

Schleiche auf den Zehen,

Laß mit Zaudern furchtsam fromm

Nicht die Zeit vergehen,

Daß der Morgen uns nicht grauet,

Eh' du mir dein Herz vertrauet.

Klimperlingklingkling! -- klingling!

Horch! der Riegel klirrt im Ring.