Schwabenmädchen

E. Meyer-Helmund

Schwabenmädchen, Schwabenmädchen:

Immer seh' ich Dich am Rädchen,

Mit dem Füßchen tretend sacht;

Sehe spinnend Dich am Rocken,

Mit dem Schmuck der gold'nen Locken

Und der blauen Augen Pracht!

Hohe Glut auf Deinen Wangen,

Mutter war hinausgegangen,

Alles um uns her so stumm;

Warst mir gar ein holdes Schätzchen,

Dir zu Füßen bog das Kätzchen

Den gefleckten Rücken krumm.

Schwabenmädchen, Schwabenmädchen,

O, Du spannst ein feines Fädchen,

Brachtest mich um alle Ruh';

Hast mit Deiner Augen Sonnen,

Statt des Garnes mich gewonnen

Und mein ganzes Herz dazu!