In ihrer Schönheit wandelt sie

E. Meyer

In ihrer Schönheit wandelt sie

Wie wolkenlose Sternennacht;

Vermählt auf ihrem Antlitz sieh

Des Dunkels Reiz, des Lichtes Pracht:

Der Dämmrung zarte Harmonie,

Die hinstirbt, wenn der Tag erwacht.

Kein Licht zuviel, kein Schatten fehlt -

Sonst wär's die tiefe Anmut nicht,

Die jede Rabenlocke strählt

Und sanft verklärt ihr Angesicht,

Wo hold und hell die Seel erzählt

Von lieben Träumen, rein und licht.

O diese Wang, o diese Braun,

Wie sanft, wie still, und doch beredt,

Was wir in ihrem Lächeln schaun!

Ein frommes Wirken früh und spät,

Ein Herz voll Frieden und Vertraun,

Und Lieb, unschuldig wie Gebet.