Ich weiß von deinem Körper nur die Hand

E. Moritz

Ich weiß von Deinem Körper nur die Hand,

Denn Dein Gesicht ist Seele ganz und Ferne;

Und wenn ich drin auch langsam deuten lerne,

Gleich schwindet mir, was ich noch kaum verstand.

Ganz träumend wölbt der Stirne blasse Wand

Sich tief ins Gold, und wie von einem Sterne

Geht holdes Licht von ihr: Gott hat Dich gerne!

Ich weiß von Deinem Körper nur die Hand.

Sie ist für Reize, die Du streng verborgen

Nur ahnen lässest in der Mädchentracht,

Ein rein Symbol – und doch schon sehr erwacht;

Denn manchmal sehe ich am klaren Morgen

Nach einer sturmdurchwühlten Frühlingsnacht

An ihr noch Wünsche und ein wenig Sorgen.