Das Erwachen

E. Nápravník

O Traum, wo blieb

dein holdes Treiben?

O Nacht der Lieb',

was stört dein Bleiben?

Es wird zu Schaum

mein froher Traum,

lässt mich voll Jammer

in dunkler Kammer,

erwach' ich kaum.

Rundum im Kreise

herrscht Nacht und Graus.

Erstarrt zu Eise

zieht flücht'ger Weise

der Schwarm hinaus

von Traumgestalten.

Der Seele Raum

füllt Sehnsuchtswalten,

sie sucht den Traum

noch festzuhalten.

O Lieb, o Lieb,

ich flehe: Säume!

aufs Neue gib

mir holde Träume,

ums Morgenrot

aufs Neu' umfache

mich, bis ich tot

und nicht erwache.