Wo gingst du hin?

E. Nápravník

Wo gingst du hin, vor Ungemache,

o Schlaf, mein Schutz aus alter Zeit!

Wohin? Hält unter schlichtem Dache

mein Lager nicht die Ruh' bereit

in stiller Nacht und Einsamkeit?

O komm, der Lampe Schein zu hüten,

und segne huldreich meinen Traum,

nur bis zum Morgen gib mir Frieden

und meiner Liebe freien Raum!

Versuch's, den Geist mir zu betören,

verbirg der Trennung Schicksalsschlag

und lass mich bis zum frühen Tag

ihr Auge schau'n, die Stimme hören.

Und wenn die finst're Nacht vorbei,

auch du entwichen unterdessen,

o könnt' ich, bis ihr kämt aufs Neu',

mein Liebesleid so ganz vergessen!