Die Schlittenfahrt
E. Nauwerk
Glitzersonne! Frost mit Sternchen! Schätzchen, komm, wir fahren Schlitten,
An dem Zaune kau'n die Pferde, Postillion ist schon beritten.
Klein der Schlitten -- Winters Nestchen -- ist zu enge wohl für zwei?
Doch du lächelst? und dein Lächeln sagt, daß eben recht es sei.
Durch die Luft, die Glöckchen schüttelnd, klingend unsre Pferde fliehen,
Jagen mit dem leichten Schlitten, wie wir weiße Gleise ziehen!
Jagen wie die Drachen; jauchzend schreit und knallt der Postillion
Hin, durch Strahlenstaub, durch Wolken sprüh'nder Funken wild davon;
Doch, wie über leuchtend weiße, schimmernd schnee'ge Flur wir schnellen,
Sehn' wir Waldesinseln funkeln, hören Hunde jagend bellen.
Und im Hain, der dichbestreut von winz'ger, weißer Perlen Last,
Hüpft ein Eichhörnchen behende, guckt herab vom Eichenast.
Nun geht's über Waldeswiesen, nun durch Sträucher in die Ferne,
Und die angefror'nen Zweige biegen sich und schneien Sterne,
Schau', das herzig' schlanke Zweiglein, mit der Schnur von kleinen Kätzchen!
Brichst du's? sieh: mit weißem, kaltem Blitz hat's dich getroffen, Schätzchen!