Die Wand

E. Norby

Selten ist die Sonne im Sobór.

Die Wände wachsen aus Gestalten,

und durch die Jungfraun und die Alten

drängt sich, wie Flügel im Entfalten,

das goldene, das Kaiser-Tor.

An seinem Säulenrand verlor

die Wand sich hinter den Ikonen;

und, die im stillen Silber wohnen,

die Steine steigen wie ein Chor

und fallen wieder in die Kronen

und schweigen schöner als zuvor.

Und über sie, wie Nächte blau,

von Angesichte blaß,

schwebt, die dich freuete, die Frau:

die Pförtnerin, der Morgentau,

die dich umblüht wie eine Au

und ohne Unterlaß.

Die Kuppel ist voll deines Sohns

und bindet rund den Bau.

Willst du geruhen deines Throns,

den ich in Schauern schau.