Der Regenbogen

E. Rudorff

Wo der Regenbogen steht,

Steht ein golden Schüsselein;

Wer bis dort hinüber geht,

Sieht es stehen blank und rein.

In dem Schüßlein eingeschenket

Steht ein goldner Himmelswein;

Wer daraus nach Lust sich tränket,

Kann dann nimmer durstig seyn.

Hie und dorten früh und spät

Bin ich nach dem Schein gegangen;

Wo er auf der Erde steht,

Nimmer konnt' ich hingelangen.

Nimmer konnt' ich hingelangen,

Wo sich schenkt der goldne Wein;

Und der Durst in mir, noch lange

Wird er nicht gestillet seyn.