Es pirscht ein Jäger
E. Rudorff
Es pirscht ein Jäger durch den Hain,
Schießt allem Wild ins Herz hinein.
Freikugeln hat er geladen;
Die fehlen nicht und knallen nicht,
Thun allerort viel Schaden.
Du sprödes Reh, es hilft dir nicht,
Sehst du abseit im Walde dicht;
Bist dennoch schlecht geborgen.
Des Jägers Meute find't dich hoch;
Das sind die bösen Sorgen.
Die Sorgen bös, die Sorgen lind,
Die Wunden weh und lieblich sind.
Und wer es nie empfunden,
Der weiß auch nicht, wie süß es thut,
An lieben Lippen gefunden.