Der Csikos

E. Schmezer

Abend sinket auf die Heide,

Lautlos ist der weite Raum,

Rößlein nur und ich, wir Beide,

Jagten fort und merkten's kaum.

Leise flüstert's jetzt im Rohre

Wie ein heimlich Liebesfleh'n,

Rößlein mit gespanntem Ohre

Horcht und will nicht weiter geh'n.

Horch, das ist kein Rohrgeflüster

Und auch nicht des Windes Spiel,

Durch die Heide öd' und düster

Sucht ein froher Klang sein Ziel.

In der Schenke spielen drüben

Meinen Lieblingstanz sie auf,

Daß er mit dem Klang, dem lieben

Noch erreich' des Rößleins Lauf.

Drési mocht' es wohl verlangen,

Und sie folgten gern dem Wort,

Und nun lehnt mit heißen Wangen

Träumend sie am Fenster dort.

Blickt hinaus nach fernen Wegen,

Die ihr theurer János zieht,

Denn der Sehnsucht Schmerzen regen

Leise ihr sich im Gemüth.

Kind, das so zur Ferne blicket,

Gleich als war's ein strenges Muß,

Auch dein treuer János schicket

Dir zurück noch seinen Gruß.

Horch! er läßt die Peitsche knallen,

Schwingend sie mit kräft'ger Hand,

So allein nur kann erschallen

Liebesgruß im Ungarland!