Der Ursprung der Harfe
E. Schmezer
Die Harfe, glaubt man, die ich wach dir jetzt rief,
War Sirene vordem, die im Meere sang tief;
Die es Abends wohl oft durch Krystallfluthen trieb,
Zu treffen den Jüngling am Strand, der ihr lieb.
Doch sie liebt' ihn umsonst, denn er ließ sie die Pracht
Des Goldgelocks baden in Thränen zur Nacht,
Bis Himmel sah gnädig solch liebendes Weib,
In die Harfe hier wandelnd des Meermädchens Leib!
Noch schön wogt' ihr Busen — noch lächelt' ihr Mund —
Ihre Meeresschönheiten umschlangen sie rund;
Und ihr Haar, wo noch thränten die Locken so hold,
Fiel über den Schneearm als Saitengold!
Drum war von der Harfe so lang auch bekannt,
Es sei Liebeston drin mit dem Kummer verwandt;
Bis du die getheilt, und das Lied lehrtest sein,
Wenn ich nah dir bin Liebe — doch Gram, wenn allein!