Händlein so linde

E. Sjögren

Händlein so linde,

Herz gleich dem Winde,

Händlein so linde!

Ist dein Freund dir gar zuwider,

Dem das Leben du zu danken?

Hemmen auch so holde Schranken

Nicht dein flatterhaft Gefieder?

Jeder Wind entführt dich wieder

Und entführt mein Glück geschwinde.

Händlein so linde,

Herz gleich dem Winde,

Händlein so linde!

Zeit ist's nun, dich zu gewöhnen,

Daß dich Frieden still beschränke,

Daß dein stolzer Flug sich senke,

Mir das Leben zu verschönen.

Nicht der hohen Gipfel denke,

Geh nun durch die Thalesgrüne;

Händlein so linde,

Herz gleich dem Winde,

Händlein so linde!

Dich zu leiten, dich zu hüten

Hab' ich traurig mich besonnen,

Daß du nicht die alten Wonnen

Wandelst in der Hölle Wüthen.

Ach und deines Lenzes Blüthen

Hauchen kühl wie Eiseswinde!

Händlein so linde,

Herz gleich dem Winde,

Händlein so linde!