Winterbilder No. 2

E. Sperling

Die Morgennebel wallen nieder,

Es hebt der Wald sich aus dem Duft,

Kein Hälmchen wankt, am Halsgefieder

Des Vogels spielt kein Hauch der Luft.

Kein Laut erschallt; es würden fliegen

Die lockern Flocken von dem Baum,

Die auf den kleinen Ästchen liegen,

Auf schlafesmüder Vögel Flaum.

Nur einsam schreitet, scheu und leise,

Und sieht sich um das junge Reh,

Behutsam auf des Waldbachs Eise

Und drückt die Spur in dünnen Schnee.

Der Jäger, der weit drüben lauert,

Horcht nur der Windesstille zu

Und setzt, da's ihm zu lange dauert,

Den schon gespannten Hahn in Ruh.