Worte am Abend

E. Straesser

Manchmal, wenn dein Mund im Abend spricht,

Wird mir, daß ich dich im Dämmerlicht

Nicht mehr seh und hör nur deine leise

Stimme, die sich sanft ins Dunkel flicht,

Sanft und tief, mit ruhiger Menschenweise.

Und ich lausch nur immer, wie das klingt,

Und ich weiß nur immer, was da singt,

singt und klingt, ist Lippe nicht, noch Kehle.

Horch! Die Welt war hart! Im Abend schwingt

Deine Seele sich zu meiner Seele.

Und vier Lippen, die so einig sind,

Und zwei Seelen, die ein Klang umspinnt,

Müssen ohne Staub der Welt und rein sein.

Zitternd lausch ich dir... Ich weiß: zum Kind

Macht mich wieder dieses tiefe Deinsein.