Alter Mann

E. Tauwitz

Mein Frühling ist verblüht,

mein Sommer ist verglüht,

mein Herbst ging schon zur Ruh',

mein Winter ruft mir zu:

„Nun schlafe!“

Mein zitternd Haupt ist kahl,

mein Lebenswein ist schal;

die Neige leert' ich aus

und schleiche still nach Haus'

und schlafe.

Ich sucht Glück und fand

nur Jammer oder Tand;

komm her, mein Wanderstab,

nun such' ich mir ein Grab

und schlafe!

Es hat recht tief geschneit,

es ist nun Schlafenszeit;

der morsche Stamm zerfällt,

gut' Nacht, gut' Nacht, o Welt!

Ich schlafe!