Heimfahrt

E. Tauwitz

Schaukelt mich, ihr grünen Wellen,

spielend nach der Heimath zu;

wo die sanften Hügel schwellen,

ruht die Liebe, lockt die Ruh.

Lebet wohl, ihr alten Höhen,

Felsenstirnen, öd und wild;

mild, wie Geister der Erinn'rung,

leuchtet fernher euer Bild.

Warum in dem niedern Hüttchen

lebt der Älpler still vergnügt?

Weil das treuste Weib ein Bübchen

lächelnd auf den Armen wiegt.

Nicht an Bergen, nicht an Thälern,

nicht an Osten, nicht an West,

hängt die Seele und der Segen;

an den Menschen hängt er fest.

Denn die Erd' ist allerwegen

liebevoll, sich selber gleich;

aber Liebe giebt den Himmel

und den Himmel gebt ihr euch.

Gaukle Schifflein, durch die Wellen,

Dank dir holde Schifferin!

Und der Lufthauch schwellt die Segel

an's geliebte Ufer hin.