König Wein

E. Tauwitz

Der König, dem ich diene

als treuer, tapf'rer Held,

er ist der größte König

in Gottes weiter Welt.

Die Fahne, der ich folge,

sie ist ein grüner Zweig,

der wohl vor allen Schenken

in meines Königs Reich.

Bibamus, bibamus!

Ich trage seine Farbe

in meinem Angesicht:

Auf Kragen und Rabatten

sieht unser König nicht!

Hochrot ist seine Farbe,

glänzt wie ein Edelstein;

die Farbe uns'rer Feinde

hat bleichen, matten Schein!

Bibamus, bibamus!

Ihr General und König

wird Durst auf Deutsch genannt,

zieht sengend und verbrennend

durch uns'res Königs Land.

Bibamus, eh bibamus! ist unser Feldgesang,

und uns're Schlachttrompete

ist voller Gläserklang!

Bibamus, bibamus!

Auch fehlen nicht die Trommeln,

auch donnert mancher Schuss:

Wir schlagen auf die Tische,

wir stampfen mit dem Fuß.

Wir haben stark geladen,

wir führen gut' Gewehr:

Kanonen sind die Flaschen,

von edlem Safte schwer.

Bibamus, bibamus!

Wohlauf, wohlauf zum Siege!

Die Nase und der Bart

sind besser, als im Helme,

in einem Glas bewahrt.

Und wirft ein Hieb mich nieder

in diesem wilden Strauß,

ich schlafe jede Wunde

in wenig Stunden aus.

Bibamus, bibamus!

Der König, dem ich diene

als treuer, tapf'rer Held,

er ist der größte König

in Gottes weiter Welt.

Heil dir, mein großer König,

heil dir und deinem Thron

und allen treuen Brüdern

in deinem edlen Fron!

Bibamus, bibamus!