Stiller Segen

E. Tauwitz

Still der Thau in lauen Nächten

Ungesehn vom Himmel fließt,

In die Blumen, die da schlafen,

Wieder neues Leben gießt.

Daß sie in der Morgenfrische

Stehen da in lichter Pracht,

Und ein jedes Blumenauge

Freundlich auf zur Sonne lacht.

Daß sie in des Tages Schwüle

Bleiben frisch und welken nicht,

Immer munter, immer heiter

Lacht ihr wonnig Angesicht.

Und Er sollte dein vergessen,

Der des Blümleins Noth ersah?

Schlummre ruhig, denn den Seinen

Gibt's der Herr im Schlafe ja!