Andacht

E. Wolff

Die Sommernacht ist sanft und milde,

Unendlich milde ist die Nacht,

Als hättest du vor meinem Bilde

Gebetet und an mich gedacht,

Als hättest du aus heller Ferne

Mir deinen Segen hergesandt.

Die Nacht ist still; und deine Sterne

Sehn nieder auf mein heil'ges Land.

Ich fühle glaubend deine Nähe;

Dein Frieden geht so still vorbei.

Und wenn ein Wunder jetzt geschähe,

Ich wüsste wohl, warum das sei.

Im Mondlicht stehn die Georginen

Und leuchten, und die Winde ruhn.

Die Welt ist ganz mit Glanz beschienen,

Die Welt ist voll von deinem Thun.