Friedhof
E. Wolff
Hier ist es still. In diesem Garten
will kein Wunsch mehr blüh'n
und kein Glück mehr träumen.
Still wie der Tod, der allen Schweigen bot,
liegt dieser Friedhof unter welken Bäumen.
Erstorbnes Laub deckt der Gestorbnen Staub,
Und dichter, immer dichter wird die Decke,
Daß nie mehr, nie, ein Laut des Lebens sie,
die unten in der Tiefe liegen, wecke.
Nur manchmal geht durch dieses Blätterbeet
ein Rascheln, kaum im Fluge zu erlauschen,
wie Mädchentritt, der schnell vorüberglitt,
wie eines unsichtbaren Kleides Rauschen.
Ist es der Wind?
Ist es ein holdes Kind,
das eilig auf leisen Geistersohlen
vom Stelldichein mit dem Buhlen fein
zurückschleicht in sein Kämmerlein verstohlen?