Der Fremdling
E. Zeisl
Sprich, seltsamer Mensch, wem gehört deine Liebe?
Dem Vater, der Mutter, der Schwester, dem Bruder?
Ich habe nicht Vater, habe nicht Mutter, nicht Schwester, nicht Bruder.
Deinen Freunden?
Du sagst ein Wort, dessen Sinn
mir bis heute verschlossen.
Dem Vaterland?
Ich weiß ja nicht, wo ich geboren bin.
Der Schönheit?
Wie wollt' ich sie lieben, wäre sie göttlich und ewig.
Dem Gold?
Ich hasse es mit der Inbrunst, mit der du Gott hassest.
So sage mir, was du denn liebst, du merkwürdiger Fremdling!
Ich liebe die Wolken, die herrlichen Wolken,
die ziehen dort unten, die Wolken.