Heimat

E. Zumsteeg

Gottlob! da geh'n die Sterne auf,

Sie scheinen hell und schön.

Sie nehmen ihren Himmelslauf,

Wie Er sie lehrte geh'n.

Ich schaue zu dem Sternenheer,

Und wohl wird mir und leicht,

Und keine Sorge drückt mich mehr,

Und jeder Kummer weicht.

Ist's doch derselben Sterne Licht,

Das in der Heimat scheint,

Das dort auch durch die Wolken bricht

Und Freundes Blick vereint!

Ach, manches Auge blickt wohl jetzt

Auch still zu euch empor,

Und manche Sehnsuchtsträne netzt

Der Wimper dunkeln Flor!

Drum das Gemüt bleibt hier und dort

Sich nah und findet sich.

Der Stern, der hell dort oben glüht,

Vereinet dich und mich.

Noch sind auf Gottes Erde wir,

Sei's wohl auch noch so fern,

Und schützend über dir und mir

Schwebt noch die Hand des Herrn.

Er, der der Sterne Bahnen mißt,

Er mißt auch meinen Weg.

Er weiß, wo für mich Irrpfad ist,

Und wo der rechte Steg.

Er führt zur Heimat wiederum

Auch meinen Pilgerlauf.

Dann blicken wir entzückungsstumm

Vereint zu Sternen auf!