Heimweh eines Schweizermädchens
E. Zumsteeg
Aus unserm schönen Hirtenlande
Mußt' ich ins ferne Teutschland zieh'n.
Da steh' ich wie an Abgrunds Rande,
Nach meinen Firnen zieht's mich hin!
O weh! o weh! wie tut mir's Herzli weh,
Daß ich die Heimat nicht mehr seh'!
Nicht seh' ich mehr der Gletscher Höhen,
In ihrer Gluten Wunderpracht,
Nicht mehr den Spiegel heit'rer Seen,
Woraus der Himmel freundlich lacht.
O weh! o weh! wie tut mir's Herzli weh,
Daß ich das alles nicht mehr seh'!
Nicht schimmert unter Blütenreigen
Der Matten Schmelz am Felsenhang.
Nicht tönet mir der heim'sche Reigen,
In stiller Nacht des Alphorns Klang.
O weh! o weh! wie tut mir's Herzli weh,
Daß ich das nicht mehr hör' und seh'!