Schweiz

E. Zumsteeg

Von der Alpen steilen Höhen,

Wo der Morgenröthe Strahlen

Die beeisten Firnen malen,

Mögt' ich einmal niedersehn.

Einmal wandeln unter Sennen,

Lauschen, wie die Ströme fallen,

Horchen, wo die Hörner hallen,

Ruh'n, wo Abendfeuer brennen.

Auf den buntbeblümten Auen

Spielten Heerden, blinkten Quellen,

In der Seen klaren Wellen,

Könnte ich mein Bildniß schauen.

Und an glatter Felsenwand,

Wo die scheue Gemse wohnet,

Wo das Alpenröslein thronet,

Klömm' ich auf mit kühner Hand.

Und umspielt von freier Luft,

Freut' ich mich der zarten Blume,

In dem stillen Heiligthume,

Letzte mich an ihrem Duft.

Freundlich strömte dann auf mich

Leise die Erinn'rung wieder;

Leise böge ich mich nieder,

Und -- die Rose wär' für dich.