Trennung ohne Abschied

E. Zumsteeg

Ich soll kein Lebewohl dir sagen,

Dies tröstend süße Trennungswort;

Ich darf nicht trauern, darf nicht klagen

Und tief beklommen muß ich fort.

O! könnt' ich der Natur gebieten,

Der Vögel schwirrendes Gemüt,

Die Lüfte, Wald und Höh'n verrieten,

Die keine selbst, dir mein Gefühl,

Doch sieh, will man ihn nur vernehmen,

Der Zauber liegt in der Natur,

Und ohn' ihr Wesen zu bezähmen,

Spricht laut zu uns der Bach, die Flur.

Das weit Entfernte zu verbinden,

Vermag die Phantasie, den Schmerz

Getrennter Freunde zu ergründen,

Belehrt und bricht das eigne Herz.