Der Fürst des Schlafs
Edward Elgar, Sir
Am Abend traf ich den Fürst des Schlafs,
ruhig und lieblich war sein Antlitz;
er schritt durch ein tiefes Tal,
lieblich an einem einsamen Ort.
Sein Gewand war Lavendel-Grau,
um seinen Kopf ein Kranz von Mohn
brannte wie schwache Kohlenglut,
und überall
hing schwer sein süßer Odem in der Luft.
Barfüßig schritt er durchs Dämmerlicht,
schwach glomm die Flamme seiner Augen;
schöne Nachtfalter, seine Schritte verdunkelnd,
schrieben seinen lieblichen Namen.
Sein Haus ist droben in den Bergen,
ein Schattenhaus, mit Wänden von Nebel,
dessen goldene Herden am Abend grasen
und den Mond mit dumpfen Rufen behexen.
Aus seinen schattigen Quellen wallen
süße Wasser mit bebendem Ton;
dort fliegt die Eule auf lautlosen Schwingen,
die Seidenraupe hat dort ihr Gespinst gesponnen.
In seinen dunklen Tümpeln lauern Gesichte;
Und rosig, so wie Morgenknospen,
geistern entlang seiner Ginster- und Birkentäler
Träume durch seine einsamen Wälder.