Erste Liebe
Emmerich (Joseph Otto Johann Philipp Heinrich Valentin), Freiherr von Hettersdorf
Es giebt verborgne Schmerzen
Die klaget nie der Mund;
Getragen still im Herzen,
Sind sie der Welt nicht kund.
Es giebt ein tiefes Sehnen,
Das scheuet stets das Licht;
Es giebt geheime Thränen,
Die sieht der Fremde nicht.
Willst du das Wesen kennen,
Das jene Schmerzen trägt,
Soll ich den Engel nennen,
Der jene Sehnsucht hegt?
Es ist das Kind der Jugend,
Von Unschuld noch umspielt,
Das in der Brust voll Tugend
Die erste Liebe fühlt.