Gute Nacht am Grabe
Emmerich (Joseph Otto Johann Philipp Heinrich Valentin), Freiherr von Hettersdorf
Gute Nacht!
Deine Wallfahrt ist vollbracht;
In der Erde Schwanenbette
Fandest du die Ruhestätte,
Die kein Jammer schlaflos macht,
Gute Nacht.
Gottes Ruh,
Heimgewallter, fandest du!
Allen Traurigen und Müden
Gibt die Muttererde Frieden;
Sanft und milde deckt dich zu
Gottes Ruh!
Glücklicher!
Erdennoth drückt dich nicht mehr:
Erdennoth und Pilgerleiden
Müßen schnell am Grabe scheiden,
Keine Thränen weinst du mehr,
Glücklicher!
Über'm Grab
Trocknet Gott die Thränen ab.
Nie empfundne Himmelsfreuden
Lohnen dort des Pilgers Leiden.
Nur die Hülle sinkt hinab
In das Grab.
Schimmernd fällt
Dir die Thräne, Herr der Welt!
Der uns nach dem Erdenleben
Sanftem Schlaf im Grab gegeben.
Nimm den Dank, der dir gefällt,
Herr der Welt!
Gute Nacht!
Bis auch wir den Lauf vollbracht;
Bis auch wir zu Grabe gehen,
Und uns droben wieder sehen.
Bald ist's auch bei uns vollbracht.
Gute Nacht!