Kennst du nicht das Glutverlangen
Ernst Otto Nodnagel
Kennst du nicht das Glutverlangen,
Diese Qual und diese Lust?
Die mit Hoffen und mit Bangen
Woget durch die enge Brust?
Siehst du denn nicht, wie ich bebe,
Schein' ich lächelnd auch und kalt,
Wie ich ringe, wie ich strebe
Gegen deine Allgewalt!
Ahnst du nichts von meinen Schmerzen,
Hast du Mitleid nicht für mich?
Spricht im unentweihten Herzen
Keine Stimme denn für mich?
Laß die Qual mich nicht verzehren,
Ach Maria, sei doch mein!
Dir nur will ich angehören,
Ich will ganz dein eigen sein!