An den Schlaf

Ernst Pepping

Die Herde Schlaf, die gemächlich zieht,

des Regens Plätschern, schwingendes Gesumm

der Bienen, Fluß und Meer und Wind ringsum,

die Felder, Wasserflächen, Himmel sieht

mein Geist der Reihe nach, und immer flieht

mich noch der Schlaf. Und bald wird aus dem Wald

der Kuckuck melancholisch rufen, bald

schallt aus dem Obsthain erstes Vogellied.

So hab ich letzhin jede Nacht verbracht;

dich, zwischen Tag und Tag, ersehnte ich:

O, meide, Schlaf, mich nicht auch diese Nacht!

Was ist der reiche Morgen ohne dich?

Du bist es, der ihn frisch und fröhlich macht.

Komm, gute Mutter, Schlaf, erquicke mich.