Der kranke Ritter
Ernst Vollmer
"Da draußen hallen die Schilde,
Da draußen wiehert es hell,
Die Kämpfer sind hart an einander;
Ihr Knappen waffnet mich schnell!
Was steht Ihr, und weilet so trübe?
Zu Sattel, und d'rauf und d'ran! --
Ach Gott, ich hatt' es vergessen;
Ich bin ein verwundeter Mann.
Die Pfeileschauer sie trafen
Die Schulter und auch die Brust;
Her kommt der Tod mir gezogen,
Und hin mir welket die Lust.
Und wär' nur der Tod gekommen
Nach seiner gestrengen Pflicht,
Da schlief ich still bey den Ahnen,
Bis an das ewige Licht.
So muß ich leben, ach leben,
Ohn' adlige Waffenzier,
Und fernhin brauset der Schlachtlärm,
Und fraget nicht fürder nach mir.
Still neben mir sitzt mein Falke,
Weil nicht mehr jagen er kann,
Hat auch einen Pfeil im Flügel,
Und sieht so trübe mich an."