Die schwere Brombeeren
Eugen (Francis Charles) d'Albert
Es wollt' ein Mägdlein früh aufsteh'n,
drei Stündlein vor dem Tag',
wollt' in den grünen Wald 'naus gehn,
Brombeerlein brechen ab.
Und als sie in den Wald 'nein kam,
begegnet' ihr Jägers Knecht.
"Ei, Mädchen, scher' dich weg nach Haus,
dem Herrn ist das nicht recht."
Und als das Mädchen rückwärts kam,
begegnet' ihr Jägers Sohn:
"Ei, Mädchen, brech' dir ohne Scham,
ein' Schoß voll gönn' ich dir schon."
"Ein' Schoß voll, den begehr' ich nicht,
ein' Hand voll hab' ich genug."
Die Brombeer'n standen da so dicht,
sie suchten da immerzu.
Und als ein halbes Jahr um war,
Brombeerlein wurden groß,
und als ein drei Vierteljahr um waren,
ein Kindlein auf dem Schoß.
"Ach, Gott, sind das die Brombeerlein,
die ich mir gebrochen hab',
komm' her, du falsches Jägerlein,
hilf tragen mich in's Grab."