An die Welle
F. Abt
Gehab' dich wohl, du kleine Welle,
Von der ich zögernd scheiden soll.
Du meiner Träume liebste Stelle,
Vielleicht auf ewig lebe wohl!
Du raunst mir zu, daheimzubleiben,
Du blickst mich, wie verheißend, an
Und mußt doch selbst vorübertreiben,
Gejagt wie ich, die enge Bahn.
So laß mich auch die meine ziehen
Weit über Berg und über Thal;
Doch sie, von der ich stumm muß fliehen,
Sie grüße mir viel tausend Mal!
Und kommt sie morgen hergegangen,
Allein, an deiner Wellen Rand;
Den Blick mit sehnlichem Verlangen
Hinab in deine Fluth gebannt;
Dann zaub're du aus hellem Grunde
Des fernen Freundes Bild empor,
Dann rausche ihr mit süßem Munde
Der Liebe besten Gruß in's Ohr.
Ja, laß es sie da drunten lesen,
Was ich im Scherzen dir vermacht:
Daß ich zum Letzten hier gewesen
Und ihrer bis zuletzt gedacht!