Auf den Bergen

F. Abt

Auf den Bergen möcht' ich leben,

Auf den Alpen hehr und still;

Mit den Wolken möcht ich schweben

Nach dem fernen, theuren Ziel.

Aber thränend nur und sehnend

Blickt mein Auge stets dahin,

Wo der Firnen Silberstirnen

Weit in's Land hinein erglüh'n.

Nach den Bergen zieht's mich wieder

Mit unendlicher Gewalt,

Hör ich Stimmen, hör ich Lieder,

Die das Echo wiederhallt.

Denn, o thränend nur und sehnend

Blickt mein Auge stets dahin,

Wo der Firnen Silberstirnen

Weit in's Land hinein erglüh'n.

Wenn vom Morgenstrahl umflossen

Still des Thales Blumen blüh'n,

Denk ich an die Alpenrosen,

Die des Menschen Pflege flieh'n.

Aber thränend nur und sehnend

Blickt mein Auge stets dahin,

Wo der Firnen Silberstirnen

Weit in's Land hinein erglüh'n.

In den Tiefen, ach, vergebens,

Such' ich meines Glückes Spur,

Denn der Friede meines Lebens

Thront auf Himmelshöhen nur!

Aber thränend nur und sehnend

Blickt mein Auge stets dahin,

Wo der Firnen Silberstirnen

Weit in's Land hinein erglüh'n.