Auf der Wacht
F. Abt
Mein Lieb ist weit, ach, weit von hier,
Dort, wo die Wolken ziehn;
Mein liebend' Herz sehnt sich zu ihr,
Zu ihr nur zieht's mich hin.
Doch steh' ich hier auf ferner Wacht
Und starre einsam in die Nacht.
"Wer da!" Die Blätter regen sich
Vom Spätherbst angeweht;
Sie zeigen mir, wie alles hier
Bei Wintershauch vergeht.
Fern von dem Lieb auf kalter Wacht
Seufz' ich hinein in Herbstes Nacht.
Schlaf wohl, mein fernes Liebchen du,
Fern sei der Winter dir;
Beglückt ein Traum dich in der Ruh',
So träume auch von mir!
Dann steh' ich hier in Mitternacht
Beglückt durch ich auf kalter Wacht.