Das Paradies der Kindheit

F. Abt

Wie gern denk' ich in stillen Stunden

An längstvergang'ne Zeit zurück,

An Alles, was ich hier gefunden,

An Freud' und Leid, an Lieb' und Glück!

Doch ob sich reich und hold das Leben

Dem Jüngling wie dem Mann erwies:

Den schönsten Zauber sah ich weben

Um meiner Kindheit Paradies.

Da wußt' ich nichts von Wunsch und Klage,

Es brachte mir das ganze Jahr

Nur heit're, festlich frohe Tage

In meiner muntern Brüder Schaar:

Und freundlich schmückten treue Hände,

Die Liebe niemals rasten ließ,

Mit immer neuer reich'rer Spende

Mir meiner Kindheit Paradies.

Und denk' ich an die Spiele wieder,

Die wir gespielt in Feld und Hain,

Und an die Märchen all' und Lieder,

An denen reich mein Mütterlein:

Wird mir, von Zauber rings umsponnen,

Zu Muth, al's ob ich's nie verließ,

Das Land der Wunder und der Wonnen,

Der Kindheit sel'ges Paradies.