Das Schlagen meines Herzens
F. Abt
Ich ging am Bachesufer,
Ich ging den Mühlenpfad;
Den Bach hört' ich nicht rauschen,
Und nicht das Mühlenrad.
Es schwirrten keine Käfer,
Es sang kein Vögelein; --
Doch das Schlagen meines Herzens,
Das hört' ich ganz allein.
Dann saß ich unter'm Baume,
Und sah, wie schwarz und lang
Sich Abendschatten senkten,
Doch ward mir d'rum nicht bang;
Denn Einem Fußtritt lauschte,
Einem Wort die Seele mein; --
Doch meines Herzens Schlagen,
Das hört' ich ganz allein.
Er kam nicht, -- nein, er kam nicht, --
Die Nacht, sie nahte schon;
Es setzten sich die Sternlein
Auf ihren gold'nen Thron.
Die Abendlüfte streiften
Die heiße Wange mein; --
Doch das Schlagen meines Herzens,
Das hört' ich ganz allein.
Still flossen meine Thränen,
Als Jemand bei mir stand; --
Auf meine Schulter legte
Sich eine sanfte Hand.
Es zog mich nah und näher, --
Still war's in Flur und Hain,
Und das Schlagen uns'rer Herzen,
Das hörten wir allein.