Der alte Name

F. Abt

Es steht ein alter Name

An einen alten Baum,

Bemoost und ganz verwachsen,

Und man erkennt ihm kaum.

Der Baum, der grünet und duftet,

Streut jährlich Blüthen herab;

Die Hand, die den Namen geschnitte,

Sie modert lange im Grab.

Und Alle gehen vorüber

Und sehn den Namen nicht an,

Nur oft an sonnigen Tagen

Wankt still eine Alte heran.

Die streichelt mit dürren Händen

Den Namen und seufzet für sich:

"Ihr schönen, ihr seligen Zeiten!"

Und weinet dann bitterlich.