Der Frühling und seine Diener
F. Abt
Der Frühling rief: „Wer will mein Herold sein?”
Die kleine Lerche sang:
„Hoch über alten Gründen
Auf luftig freier Bahn
Will ich der Welt verkünden
Dein fönigliches Nahn.”
Der Frühling rief: „Wer will mein Mundschenk sein?”
Der durst'ge Finke schlug:
„Ich folge deinen Winken
Und fliege dir voraus
Und rufe: trinken! trinken!
Vor jedem Schänkenhaus.”
Der Frühling rief: „Wer will mein Hofnarr sein?”
Und lustig pfiff der Staar:
„Mein Will soll dir behagen,
Der Schwänke bin ich voll,
Und lachend sollst du jagen:
Ein Narr ist jeder Zoll!”
Und als er rief: „Wer will mein Liebchen sein?”
Erhob das schöne Haupt
Umkränzt mit zartem Moose,
Von süßer Scham erglüht,
Die morgenfrische Rose,
Die über Nacht erblüht.