Der Glückliche

F. Abt

Vor Freuden komm' ich nie zu Sorgen,

Im Traum freu' ich mich auf den Morgen;

Des Abends auf die Ruh' der Nacht;

Wenn schwer die Gegenwart zu tragen,

Schwärm' ich von gold'nen Zukunftstagen --

Dem Frohen Alles doppelt lacht!

Wenn Frühlingslieder rings erschallen,

Bin ich der Glücklichste von Allen,

Der ganze Himmel thut sich auf:

Und aller Wonnen Flammentriebe,

Sie nehmen in dem Kuß der Liebe

Zu Gott beschwingsten Geisteslauf.

Und schwindet hin des Frühlings Leben,

Mein froher Sinn kann nicht entschweben

In Sturmesnacht und Herbstesweh'n;

Und deckt der Winter kalt die Fluren,

Glaub' ich schon wieder Lenzesspuren

Verborgen unter'm Schnee zu sehn.

So eint das Leben mir zum Kranze

Der Freuden Zahl, vom duft'gen Glanze

Der Jugend golden überhaucht;

Der Brüder Wohl mit zu empfinden,

Ihr Glück mit meinem zu verbinden,

Mein Frohsinn keinen Antrieb braucht.

Und kommt der Tod -- kein finst'res Bangen,

Nein! himmlischfreudiges Verlangen

Führt mich aus dieses Lebens Zeit;

Dann jauchz' dem Himmel ich entgegen,

Und freue mich auf Gottes Segen

Hinaus in alle Ewigkeit!