Der Sänger denket dein

F. Abt

Wie draußen um mein Fenster die Flocken traumhaft schwanken,

so flattern, leis' sich wiegend, zu dir hin die Gedanken.

Sie klopfen an die Scheiben und bitten: Lass uns ein,

wir sollen Grüße bringen, der Sänger denket dein.

Und wenn die Flocken schmelzen in wehmutsüßen Tränen

vor liebewarmen Lüftchen, so zieht zu dir mein Sehnen

auf leichten Windesschwingen und schleicht sich bei dir ein,

in Kussesanhauch lispelnd: Der Sänger denket dein!

Ich sende Liederklänge, dich kosend zu umschmeicheln,

damit sie zärtlich herzend die Wangen dir umstreicheln.

Ich nahm als Edelsteine aus meines Herzens Schrein

die Lieder, die verraten: Der Sänger denket dein!

So mögt ihr, Flocken, Lüftchen, ihr Lieder, zu ihr fliegen,

ans Herz des lieben Mädchens euch tändelnd anzuschmiegen.

Hüllt sie in Zauberträume voll gold'nem Rosenschein,

sing ihr's wie süße Märchen: Der Sänger denket dein!