Der Vögelein Abschied

F. Abt

Wer klappert am Dache, mein Kindlein? horch, horch!

Ade, lieber Bauer, so rufet der Storch.

Ade denn, du Dorf und ihr fleissigen Leut',

Ihr Wiesen, ihr Sümpfe, wir scheiden ja heut'!

Gott segne das Hüttchen, auf dem wir gewohnt.

Er lass' es von Feuer und Stürmen verschont!

Wenn lauer im Frühling die Lüfte dann wehen,

Dann gibt es ein freudiges Wiedersehn.

Ade, ade, ade!

Vom Bache noch einmal trinkt Nachtigall schnell.

Ade, liebe Fluren, so singet sie hell.

Ihr habt mich erquicket mit Speise und Trank,

Ich hab's euch gedanket mit schmetterndem Sang.

Nun seid ihr ermüdet, wollt schlafen auch gern.

O möget im Lenze ihr wonnig erstehn!

Wir Vöglein, wir können so lange nicht warten,

Gott schirme indessen den schlummernden Garten.

Ade, ade, ade!

Zum Fenster noch einmal blickt's Schwälbchen hinein:

Ade, liebe Kinder, geschieden muss sein!

Ich hatte mein Nest an dem Fenster gebaut,

Ihr habet mit Freuden die Kleinen geschaut,

Und gern auf mein Zwitschern des Morgens gehört.

Ihr habet mir nimmer den Frieden gestört.

Drum möge auch euch in Freund und Gefahren

Der Himmel die liebenden Eltern bewahren!

Ade, ade, ade!