Die Jahreszeiten der Liebe
F. Abt
O Frühling der Liebe,
Wie bist du so schön!
Du öffnest des Himmels
Blausonnige Höh'n,
Durchwebest die Tage
Mit duftender Pracht,
Mit goldenen Träumen
Die einsame Nacht.
O Sommer der Liebe,
Wie bist du so reich
An Mühen und Sorgen
Und Freuden zugleich!
Welch' fröhliches Leben!
Es reih'n um den Tisch
Sich jubelnde Kinder,
Wie Ölzweige frisch.
O Herbstzeit der Liebe,
Wie bist du so mild!
Erfüllt ist die Hoffnung,
Die Sehnsucht gestillt.
Wie viel auch der Blumen
Verwelkt und verblüht,
Geheiligte Früchte
Erfreu'n das Gemüth.
O Winter der Liebe,
Wie bist du so still!
Man drückt sich die Hände
Und denkt: wie Gott will!
Das Ziel ist gewonnen,
Vollendet der Lauf;
Ein ewiger Frühling
Nimmt Liebende auf.