Die Mainacht

F. Abt

Leise wehen Frühlingslüfte

Durch die ruhende Natur,

Und es strömen süße Düfte

Her und Feld und Wald und Flur.

Alles harrt in tiefem Schweigen,

Alle Blüthen still sich neigen,

Nur die Blätter flüstern sacht:

Maiennacht, Maiennacht.

Still auf uns herniederblinken

Tausend Sterne hell und klar;

So viel Kerzen, die uns winken

An dem großen Weltaltar.

Ruh' ist oben, Ruh' hienieden,

Alles fühlet Gottesfrieden,

Alles fühlet deine Macht,

Maiennacht, Maiennacht!