Die Nacht will niedersinken

F. Abt

Die Nacht will niedersinken,

Der Tag geht leis zur Ruh',

Die Sterne droben blinken,

Mein Herz, was willst denn du? --

Kannst du nicht Ruhe finden

In deiner tiefen Pein? --

O lerne überwinden,

Und du wirst ruhig sein.

Die Blumen stehn im Schlummer,

Erquickt vom kühlen Naß;

Du aber bist voll Kummer,

Quälst dich um dies und das;

Sieh, deine Tage schwinden,

Nur kurze Zeit ist dein;

O lerne überwinden,

Und du wirst ruhig sein.

Im Strom die Wellen rauschen,

Als sängen sie zur Ruh',

Die Sterne droben lauschen,

Und du, mein Herz, und du?

Du kannst nicht Frieden finden

In deiner Erdenpein;

O lerne überwinden,

Und Frieden wiegt dich ein.